Fruchtbare Tage berechnen und im Zykluskalender ablesen - So geht's!

aktualisiert am 01. Feb 2020

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Eeisprungrechner Titelbild
John Looy

Kurz und bündig

Achtung: Der Eisprungkalender kann nicht als Verhütungshilfsmittel verwendet werden, da die zugrundeliegende Berechnungsmethode individuelle Zykluseinflüsse nicht einbeziehen kann und somit nur Annäherungswerte liefert.

Eisprungrechner

1.

Wähle das Datum des ersten Tages deiner letzten Periode

2.

Gib deine durchschnittliche Zykluslänge an

Dein Ergebnis

Was muss ich tun, damit mir der Rechner meine fruchtbaren Tage anzeigt?

Befolge einfach folgende Schritte! Beachte dabei aber bitte, dass das Ergebnis lediglich als Orientierung genutzt werden kann.

  1. Im ersten Schritt wählst du das Datum des ersten Tages deiner letzten Menstruation.
  2. Im zweiten Schritt gibst du deine durchschnittliche Zykluslänge an. Sie entspricht der Anzahl an Tagen zwischen dem jeweils ersten Tag deiner Menstruation.
  3. Klicke auf Eisprung berechnen, um dein individuelles Ergebnis in Kalenderform zu erhalten.

Eine unkomplizierte Methode den Eisprung und die fruchtbaren Tage zu berechnen ist die Kalendermethode. Diese gibt es in verschiedenen Varianten. Der vorliegende Rechner stützt sich auf die Lutealphase, welche die zweite, unfruchtbare Phase deines Zyklus bezeichnet, die nach dem Eisprung einsetzt und mit Beginn der nächsten Periode endet. Sie beträgt im Durchschnitt 14-15 Tage und ist von Zyklus zu Zyklus relativ stabil [TG99][LL84].

Um den Zeitpunkt des Eisprungs zu erhalten wird diese vom ersten Tag deiner nächsten Periode abgezogen. Um dein individuelles Ergebnis zu erhalten wird zusätzlich auch deine durchschnittliche Zykluslänge abgefragt. Da die gesamt durchschnittliche Zykluslänge 28 Tage beträgt, ist zunächst diese Vorauswahl ausgewählt. Die selbsterklärte durchschnittliche Zykluslänge kann nützlich sein, um vorherzusagen, ob sich eine Frau in ihrem fruchtbaren Fenster befindet [WD00].

Wie interpretiere ich das Ergebnis?

Dein Kalender zeigt dir folgende Informationen an:

In diesem Zusammenhang fragst du dich bestimmt:

Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit für eine Empfängnis an den übrigen Tagen im Fruchtbarkeitsfenster?

Kein Problem, hier ist die Antwort! Du siehst hier die progostizierte Wahrscheinlichkeit der einzelnen Tage im Fruchbarkeitsfenster.

© [W95] Allen J. Wilcox et al.: Timing of Sexual Intercourse in Relation to Ovulation - Effects on the Probability of Conception, Survival of the Pregnancy, and Sex of the Baby

Die fruchtbaren Tage und die sehr fruchtbaren Tage fußen also auf diesen Erkenntnissen. Alles klar, dann weiter zu den nächsten Daten.

Wie zuverlässig ist der Eisprungkalender?

Der Rechner gibt dir einen Schätzwert, wie dein Fruchtbarkeitsfenster liegt und wann dein Eisprung voraussichtlich stattfindet. Ob deine fruchtbaren Tage so liegen und ob der Eisprung tatsächlich zu diesem Zeitpunkt stattfindet, steht auf einem anderen Blatt.

Nur bei etwa 30% der Frauen deckt sich das Fruchtbarkeitsfenster, mit dem errechneten Fruchtbarkeitsfenster, das durch klinische Richtlinien bzw. Kalendermethoden festgestellt werden kann. Die meisten Frauen erreichen ihr fruchtbares Fenster früher und andere viel später.

Der Zeitpunkt des Eisprungs und der Zeitpunkt der insgesamt Fruchtbaren Tage ist selbst bei Frauen mit regelmäßigen Zyklen sehr unvorhersehbar[WD00].

Warum ist das so? Einerseits ist diese Unverhersehbarkeit auf individuelle Umwelteinflüsse, die Schwankungen sowohl in der Dauer als auch in der Regelmäßigkeit des Menstruationszyklus hervorrufen können, zurückzuführen[PB09].

Die Gründe für Zyklussschwankungen können dabei sehr vielschichtig sein! In folgender Tabelle ist eine Auswahl an Ursachen zu sehen, die jedoch lediglich einer kurzen Übersicht dienen und auf keinen Fall als abschließende Liste anzusehen sind. Es gibt durchaus eine Vielzahl weiterer möglicher Ursachen[HHS18][AH08]:

Lebensphase Physische/emotionale Veränderungen Verhütungsmittel/Medikamente
Schwangerschaft Eine signifikante Gewichtszunahme oder -abnahme,
Diäten
Verhütungspillen,
Verhütungspflaster oder -ring
Menopause Übermäßiges Training oder Änderungen im Trainingsverhalten Verschiedene Medikamente - z. B. gegen Epilepsie, Antikoagulation
(Chronische-) Krankheiten,
Stress

Um die Chance zu erhöhen das fruchtbare Fenster und womöglich auch den Eisprung zu treffen, empfiehlt es sich bei Kinderwunsch 2-3 mal die Woche ungeschützten Sex zu haben[WD00].


Wie kann ich den Eisprung sicher bestimmen?

Mit Hilfe von Ovulationstests ist es möglich den Eisprung wesentlich genauer zu bestimmen. Diese stützen sich auf den Anstieg der Hormonkonzentration des LH-Hormons (LH-Wert) im Urin und sind in der Lage den Eisprung mit einer Wahrscheinlichkeit zwischen 90-100% vorauszusagen.

Doch auch hier gibt es Ausnahmen. Bei Frauen, die an der hormonellen Erkrankung Polyzystisches Ovarialsyndrom leiden oder die in die Wechseljahre gekommen sind, können auch ohne einen Eisprung einen erhöhten LH-Spiegel aufweisen.

Die Anwendung und Aussagekraft von Ovulationstests kann bei medizinischer Untersützung durch einen Frauenarzt oder eine Frauenärztin optimiert werden und auch dabei helfen die Kosten für die nötige Anzahl Teststäbchen zu senken[BHW11].


Mythos: Ist das Geschlecht des Babys durch gezieltes Timing beeinflussbar?

Eine weit verbreitete Meinung ist es, dass das Geschlecht des Kindes durch gezieltes Timing im Verhältnis zum Eisprung beeinflusst werden kann.

Diese Meinung ist auf eine Theorie von Shettles aus den 1960er Jahren zurückzuführen, nach dessen Aussagen weibliche Spermien robuster und somit langlebiger als männliche Spermien seien. Männliche Spermien seien im Gegenzug schneller.

Infolgedessen besagt die Theorie, dass Sex, der nahe am Eisprung stattfindet, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zu einem Jungen führt und Sex, der 2 bis 4 Tage vor dem Eisprung stattfindet eher zu einem Mädchen führt[G91].

Ob das Timing des Geschlechtsverkehrs einen Einfluss auf das Geschlecht des Kindes hat, ist jedoch höchst zweifelhaft, da sich Studien in Bezug dessen nicht einig sind.

Es gibt sowohl Studien, die einen Zusammenhang attestieren[MC11][Sh84][H79], als auch Studien die keinen Zusammenhang zwischen dem Timing und des Geschlechts erkennen lassen[W95][G91].
Neuere Untersuchungen, welche genauere Messverfahren einsetzten, lassen keinen morphologischen Unterschied zwischen den Spermien des X und des Y Genotyps vermuten. Weder in dessen Größe noch in dessen Form[H01]. Diese Erkenntnis entkräftet die Timing-Theorie, dennoch scheinen Familienprogramme weiterhin auf ihr zu beharren.

Im Ergebnis können wir also durch gezieltes Timing demnach nicht beeinflussen, ob es später ein Mädchen oder Junge wird.

[HHS18] US Department of Health and Human Services, Matteson, M. D., M. P. H, K. A., Mumford, Ph.D., S., Stadtman , E., Schmidt, M. D., P., & Yonkers, M. D., K. A. (2018, März 16). period problems. Abgerufen 26. September 2019, von https://www.womenshealth.gov/menstrual-cycle/period-problems/

[E15] Ecochard, R., Duterque, O., Leiva, R., Bouchard, T., & Vigil, P. (2015). Self-identification of the clinical fertile window and the ovulation period. Fertility and Sterility, 103(5), 1319–1325. https://doi.org/10.1016/j.fertnstert.2015.01.031

[BHW11] Brezina, P. R., Haberl, E., & Wallach, E. (2011). At home testing: optimizing management for the infertility physician. Fertility and sterility, 95(6), 1867-1878.

[PB09] Pallone, S. R., & Bergus, G. R. (2009). Fertility awareness-based methods: another option for family planning. The Journal of the American Board of Family Medicine, 22(2), 147-157.

[AH08] Adams Hillard P. J. (2008). Menstruation in adolescents: what's normal?. Medscape journal of medicine, 10(12), 295.

[H01] HOSSAIN, A. M., BARIK, S., & KULKARNI, P. M. (2001). Lack of significant morphological differences between human X and Y spermatozoa and their precursor cells (spermatids) exposed to different prehybridization treatments. Journal of andrology, 22(1), 119-123.

[WD00] Wilcox, A. J., Dunson, D., & Baird, D. D. (2000). The timing of the “fertile window” in the menstrual cycle: day specific estimates from a prospective study. Bmj, 321(7271), 1259-1262.

[TG99] Thornhill, R., & Gangestad, S. W. (1999). The scent of symmetry: a human sex pheromone that signals fitness?. Evolution and human behavior, 20(3), 175-201.

[W95] Wilcox, A. J., Weinberg, C. R., & Baird, D. D. (1995). Timing of Sexual Intercourse in Relation to Ovulation — Effects on the Probability of Conception, Survival of the Pregnancy, and Sex of the Baby. New England Journal of Medicine, 333(23), 1517–1521. https://doi.org/10.1056/nejm199512073332301

[G91] Gray, R. H. (1991). Natural family planning and sex selection: fact or fiction?. American journal of obstetrics and gynecology, 165(6), 1982-1984.

[B90] Bellis, M. A., & Baker, R. R. (1990). Do females promote sperm competition? Data for humans. Animal behaviour, 40(5), 997-999.

[LL84] Lenton, E. A., LANDGREN, B. M., & Sexton, L. (1984). Normal variation in the length of the luteal phase of the menstrual cycle: identification of the short luteal phase. BJOG: An International Journal of Obstetrics & Gynaecology, 91(7), 685-689.

[Sh84] Shettles LB, Rorvik DM. How to choose the sex of your baby. New York: Doubleday, 1984.

[H79] Harlap, S. (1979). Gender of Infants Conceived on Different Days of the Menstrual Cycle. New England Journal of Medicine, 300(26), 1445–1448. https://doi.org/10.1056/nejm197906283002601