Schlafbedarf: Wie lange schlafen Neugeborene, Babys und Kleinkinder?

aktualisiert am 16. Jul 2022

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@Minnie Zhou

Die Schlaf­dau­er als auch der Schlafrhyth­mus von Ba­bys und Kleinkindern sind ganz un­ter­schied­lich. Jedes hat sein individuelles Schlafbedürfnis mit unterschiedlich häufigen und langen Schlaf- bzw. Wachphasen. Auch die Schlaftzeiten variieren von Kind zu Kind stark und verändern sich mit der Zeit.

Damit du ein realistisches Bild vom Babyschlaf bzw. Kleinkindschlaf bekommst, erklären wir dir im Folgenden wie es um den Schlaf deines Kindes bestellt ist. Dabei basieren folgende Daten auf Erkenntnissen einer umfassenden Literaturrecherche der amerikanische National Sleep Foundation1.

Schlafbedarf von Neugeborenen und Babys am höchsten: So viel schlafen Kinder

Neugeborene und Säuglinge (Babys) schlafen im Verhältnis zu uns Erwachsenen in Stunden gemessen am meisten, wenngleich nicht unbedingt lange am Stück.

Auch Kleinkinder schlafen noch viel, jedoch weniger als Neugeborene oder Säuglinge.

Wie es im Detail um den Schlaf von Kindern bestellt ist, siehst du hier:

Quelle: National Sleep Foundation’s sleep time duration recommendations: methodology and results summary [1]
Alter Schlafbedarf gesamt Schlafphasen
0-1 Monate (Neugeborene) 14 bis 17 Stunden Mehrere Schlafphasen über Tag & Nacht verteilt
1-12 Monate (Babys, Säuglinge) 12 bis 15 Stunden Typischerweise mehreren Schlafphasen am Tag
1-3 Jahre (Kleinkinder) 11 bis 14 Stunden Typischerweise eine Schlafphase am Tag
3-6 Jahre (Kindergartenkinder) 10 bis 13 Stunden Voranging eine Schlafphase in der Nacht
6-12 Jahre (Kinder) 9 bis 11 Stunden Eine Schlafphase in der Nacht
13-18 Jahre (Jugendliche) 8 bis 10 Stunden Eine Schlafphase in der Nacht

Schlafbedarf tagsüber

Im Gegensatz zu uns Erwachsenen ist es für Babys durchaus normal einen beträchtlichen Teil der Schlafzeit am Tag zu absolvieren. Dieses Verhalten zieht sich meist bis ins Kleinkindalter hinein und zeigt, ​​wie viel Schlaf selbst kleine Kinder noch brauchen, um ihren gesamten Schlafbedarf zu decken.

Warum der Mittagsschlaf wichtig ist und wann die beste Zeit für das Schlafritual ist, erfährst du übrigens in unserem Beitrag hierzu:

Der Schlafrhythmus entwickelt sich erst mit der Zeit und verändert sich

Insbesondere Neugeborene haben zu Beginn noch kein ausgeprägtes Empfinden für Tag und Nacht und somit fällt es ihnen schwer anfangs ein Schlafrhythmus zu entwickeln.

Sobald sich dieser aber mit der Zeit entwickelt, besteht sogar die Möglichkeit auf den Rhythmus einzuwirken. Dies gelingt zum Beispiel mit Ritualen, wie dem gemeinsamen Spazierengehen.

Zudem verändert sich der Schlafrhythmus im Einklang mit dem Schlafbedarf. So verlängern sich die Schlafphasen mit der Zeit und werden weniger, sodass beispielsweise manche Kinder schon kein Mittagsschläfchen mehr benötigen und bereits beginnen nachts durchzuschlafen.

Sei nicht enttäuscht, wenn dein Baby nachts nicht durchschläft

Zwar haben Babys ab dem 6. Monat das Potential durchzuschlafen2, im Allgemeinen schläft aber ein beträchtlicher Teil der Babys und Kleinkinder nicht komplett durch3. Und das ist absolut normal.

Passe deine Erwartungshaltung dementsprechend an und erspare dir Diskussionen mit prahlenden Eltern, deren Babys nachts schon durchschlafen. Mache das beste daraus und passe dein Schlafrhythmus dem deines Kindes an. Zum Beispiel, indem du auch ein Mittagsschläfchen machst.

So riet auch unsere Hebamme stets:

Schlafe dann, wenn auch das Baby schläft

Aus Erfahrung können wir sagen, auch wenn es nicht intuitiv erscheint, ist dieser Tipp Gold wert.

Schlafbedarf decken: Was ist noch wichtig für den Babyschlaf?

Damit dein Kind seinen Schlafbedarf decken kann, ist es wichtig, dass es sich wohl fühlt. Und das tut es meist, wenn folgende Dinge gegeben sind:

  • Grundbedürfnis nach Nähe ist gestillt
  • Grundbedürfnis nach Essen und Trinken ist gestillt
  • Grundbedürfnis nach einer sauberen Windel
  • Die Gewissheit, dass die Grundbedürfnisse verlässlich abgefangen werden
  • Rituale, die das Finden eines Tag-Nacht-Rhythmus erleichtern

Auf die Grundbedürfnisse deines Kindes kannst du beispielsweise gut in einem Familienbett reagieren, schlicht weil die Distanzen kurz sind und du somit sofort mitbekommst, ob dem Kind etwas fehlt.

Zudem spielt die richtige Schlafumgebung ein bedeutende Rolle für das ausgewogene Schlafverhalten des Babys bzw. Kindes. Wie diese aussehen sollte, kannst du in unserem Beitrag hierzu nachlesen:

[1] Hirshkowitz, M., Whiton, K., Albert, S. M., Alessi, C., Bruni, O., DonCarlos, L., Hazen, N., Herman, J., Katz, E. S., Kheirandish-Gozal, L., Neubauer, D. N., O’Donnell, A. E., Ohayon, M., Peever, J., Rawding, R., Sachdeva, R. C., Setters, B., Vitiello, M. V., Ware, J. C. & Adams Hillard, P. J. (2015b). National Sleep Foundation’s sleep time duration recommendations: methodology and results summary. Sleep Health, 1(1), 40–43. https://doi.org/10.1016/j.sleh.2014.12.010

[2] Ferber, R. (1985). Sleep, sleeplessness, and sleep disruptions in infants and young children. Annals of Clinical Research, 17 (5), 227–234.

[3] Pennestri, M. H., Laganière, C., Bouvette-Turcot, A. A., Pokhvisneva, I., Steiner, M., Meaney, M. J. & Gaudreau, H. (2018). Uninterrupted Infant Sleep, Development, and Maternal Mood. Pediatrics, 142(6). https://doi.org/10.1542/peds.2017-4330